Auf den Spuren eines Kshatriya 12 – Eine Reise in die Vergangenheit - in ein früheres Leben - Thekkady
- Anja
- 6. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Thekkady – Natur, Wälder und Kshatriya-Taktik
Die Fahrt geht tiefer in den Wald, vorbei an kleinen Schreinen am Straßenrand, oft nur kleine Steine, überzogen mit Blumen und Palmblättern – Ayyanar-Heiligtümer, erzählt man, die letzten Spuren der Kshatriya-Geister in diesen Dörfern. Ich halte an, knie mich vor einem der Schreine, lege Blumen nieder und spüre den Hauch vergangener Zeiten. Viju beobachtet ruhig, sein Blick sagt mehr als Worte.

Bald erreichen wir Valanjanganam Water Falls. Das Wasser stürzt in weißen Schleiern über dunkles Gestein, Nebel hängt zwischen Farnen und Lianen. Früher sollen hier Chera-Krieger Rituale vollzogen haben, um Körper und Geist vor einem Kampf zu reinigen. Ich gehe alleine zu den Wasserfällen, spüre die Kühle des Wassers, das Geräusch der Strömung, den Duft von feuchtem Moos und Erde.

Nach einer Weile geht es weiter nach Thenmala, ein ruhiger Ort, heute für Ökotourismus bekannt, damals Grenzgebiet zwischen Chera- und Pandya-Reichen. Wir machen Mittagspause unter Palmen, auf einer einfachen Terrasse mit Blick auf die Hügel. Frisches Chapati, Reis, würziges Curry. Viju sitzt abseits, beobachtet die Bewegung der Blätter, das Licht, die vorbeiziehenden Menschen – ironisch, aber realistisch, kein Albern.
Die Straße steigt wieder, Nebel zieht durch die Bäume. Schmetterlinge tanzen in Lichtstrahlen, Affen springen von Ast zu Ast, die Luft ist schwer von Kardamom und Pfeffer. Wir halten noch einmal für Chai, dampfender Tee in kleinen Tassen, Hände wärmen sich daran, Blicke schweifen über die Hügel. Viju lehnt am Auto, schweigt, nur sein Blick spricht: „Alles in Ordnung, genieße den Moment.“
Am späten Nachmittag erreichen wir Kumily, am Rande des Periyar-Nationalparks. Nebel zieht über den See, der Wald wirkt wie lebendig. In Kumily angekommen, checke ich in ein kleines Hotel ein – vertraut, fast heimisch, denn ich war hier schon oft. Aber nie mit dem Bewusstsein, dass hier vielleicht einst Spuren der Cheras lagen. Am Abend gehe ich spazieren, beobachte, wie der Nebel sich über die Hänge legt, und treffe schließlich einen Bekannten mit seiner Familie zum Tee.
Wenn der Abend kommt, hüllt der Nebel alles in sanftes Grau und Gold. Die Geschichten der alten Krieger flüstern leise durch die Bäume. Kein Abenteuer ist einfach, und keine Reise endet wirklich – sie wird in Momenten wie diesen lebendig.





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